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Gulasch und verwandte Rezepte

   
Das deutsche Wort Gulasch ist Gulyás auf und bedeutet Rinderhirt" auf Deutsch.
 
Wenn man in Deutschland von Gulasch spricht, dann weiß ein jeder, dass das Rezept ungarisch ist, weil das Wort Gulasch, zu Deutsch erkoren aus "Gulyás" ein ungarisches Wort ist. Dabei wird Gulasch in Deutschland ganz anders vorbereitet, als in Ungarn. Die Hollywood-Schauspielerinnen Éva und Zsazsa Gábor haben Hungarian Gulash in den 1960er Jahren in einer TV-Familienserie in Nordamerika populär gemacht, als Évas Film-Ehemann Laci den Grand Damen laufend Gulash kochte -
auf immer neuere Art und Weise, meistens in Wein, immer in viel Sauerrahm. Das ist aber eine Beleidigung für die ungarische Küche und hat mit dem ungarischen Gulaschrezept nichts zu tun. Ob Gulasch tatsächlich ungarischen Ursprung aus den asiatischen Steppen hat, darüber gibt es kein schriftliches Dokument. Man kann jedoch davon ausgehen, dass das ursprüngliche Gulaschrezept, wie auch immer genannt, in Deutschland früher bekannt war, als in Ungarn.
   
Es ist belegt, wie das ursprüngliche Gulaschrezept vom Irish Stew aus Irland über Deutschland in das ungarische Könighaus kam. Ein irischer Mönch, der zeitweilig in einem Kloster im Münchener Raum lebte und im Gefolge der Heiligen Gisela auf Anordnung und in Vertretung des Hl. Wolfgangs (Erzieher der Gisela) weiter nach Ungarn zog, brachte dieses Rezept direkt in die königliche Residenz des Hl. Stefans nach Esztergom mit und nicht in die Pußta. Dieser Mönch begleitete Gisela nach Ungarn, als sie im Jahre 995 im Alter von etwa 10 Jahren den damals etwa 25jährigen Stefan heiratete. Für Stefan war sie nicht die erste Frau, aber darüber spricht man heute nicht mehr in Ungarn. Dieser Mönch war lange Zeit Giselas Patron und ging bei Stefan ein und aus. In Anlehnung an Gisela, beteiligte er sich maßgeblich an der Christianisierung von Ungarn.
       
Irish Stew Gulaschsuppe
Irish Stew Gulaschsuppe - hier aus Rindfleisch
Beide Suppen werden aus Lammfleisch, Zwiebeln, Kartoffeln, Karotten, Petersilienwurzel und -grün gekocht, der einzige Unterschied liegt in der Gewürzmischung. Paprika ist eine ursprünglich südamerikanische Pflanze, ebenso die Kartoffel. Paprika wurde den Ungarn erst im 16. Jahrhundert von bulgarischen Bauern ins Land gebracht und wird seitdem üppig in die Gulaschsuppe gemischt. Wenn die Ungarn die Gulaschsuppe tatsächlich aus den asiatischen Steppen mitgebracht hätten - wie damit viele Ungarn angeben -, dann muss das Originalrezept ohne Kartoffel und Paprika von Grund auf anders gewesen sein und.....
   
Gulasch war in Ungarn früher früher von der Landbevölkerung grundsätzlich aus Lammfleisch gekocht, genauso wie Irish Stew in Irland. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts kaum bekannt, begann Gulasch seinen Siegeszug in die ungarische Küche, nachdem einige ungarische Dichter Gulasch - merkwürdigerweise aus Rindsfleisch - in verschiedenen Varianten zu ihren Leibgericht erkoren und beschrieben hatten.

   
Karl Gundel gilt als Pionier und berühmtester Koch von Ungarn. Sein nach ihm benanntes Restaurant "Gundel" im Stadtpark von Budapest ist eine Pilgerstätte kulinarischer Köche aus der ganzen Welt. Er war ein Revolutionär in der ungarischen Küche, indem er vieles aus der französischen Küche des Hochadels in seine Rezepturen übernahm. Sein Restaurant wurde 1949 verstaatlicht. Im Gegensatz zu manchen anderen Angaben - so auch gegenüber Wikipedia, wo jeder seine Meinung schreiben und Tatsachen verfälschen kann - ist es bekannt, dass Karl Gundel im Frühjahr 1957 in einem Grazer Krankenhaus starb und nicht wie in Wikipedia laufend "korrigiert" wird - im Jahre 1956. Am 28 November 1956 verließ er Ungarn bei der ersten Gelegenheit nach dem Einmarsch der Sowjetsoldaten. Mehrere Personen von seinen Erben starben unter merkwürdigen Umständen schon in der Sowjetära, so auch der in Ungarn berühmte Schauspieler Zoltán Latinovics, der sein Direkterbe werden sollte. Bei seinem Eisenbahnunfall war die gesamte Führung des Geheimdienstes vor Ort an der Bahnstation in Balatonszemes am Plattensee, obwohl der Dienstort dieses Personenkreises rd. 150 km entfernt in Budapest war.
   
Karl Gundel veröffentlichte in vielen Schriften viele Küchenrezepte, die in Ungarn nicht nur nachgeahmt, sondern Vieles davon nach seiner Rezeptur zu Nationalspeisen erkoren wurden. Das wichtigste davon, sowohl für deutsche, als auch für ungarische Küchengourmets ist die Unterscheidung der vier wichtigsten Gulaschgerichte, wie von ihm beschrieben:

   
Ungarisch:
  • A gulyás bőséges lével, hagymával és paprikával készített leveses étel, kockára vágott burgonyával és csipetkével.
  • A pörkölt ugyancsak paprikával készült, itt azonban az apróra vágott hagyma nagyobb szerepet játszik, leve sűrű, mártásszerű, maga az étel raguhoz hasonlítható.
  • A paprikás lényegében abban különbözik a pörkölttől, hogy csak fehér húsú állatokból, tejföllel, vagy tejföllel elkevert tejszínnel készül, némileg kevesebb hagymával és paprikával. Úgy is mondhatnánk, hogy ez a pörköltnek finomabb, szalonképesebb változata.
  • A tokány az előző kettőhöz hasonló, de ennél a húst nem kockára, hanem többnyire kisujjnyi csíkokra vágjuk. Néhány tokánynál a paprika csak aláfestő szerepet játszik, esetleg el is marad, viszont előtérbe kerülnek egyéb fűszerek és segédanyagok, például a bors, a majoránna, illetve a paradicsom, füstölt szalonna, kolbász, gomba, zöldborsó stb. 
Deutsch:
  • Gulasch ist ein in reichlicher Flüssigkeit mit Zwiebeln und Paprika zubereitetete Suppe mit in Würfeln geschnittenen Kartoffeln und Knobben (kurze, dicke Spätzle).
  • Pörkölt wird ebenfalls mit Paprika zubereitet, aber hier spielen die kleingeschnittenen Zwiebeln eine größere Rolle, der Saft ist hier saussenartig, das Gericht ist vergleichbar mit einem Ragout.
  • Paprikasch unterscheidet sich vom Pörkölt eigentlich nur darin, dass das Fleisch von weißfleischigen Tieren stammt, mit Sauerrahm oder Sahne zubereitet wird, mit deutlich weniger Zwiebel und Paprika. Man könnte sagen, dass Paprikasch eine feinere, gesellschaftsfähigere Pörköltvariante ist.
  • Der Tokanjer ähnelt den anderen zwei, aber hier wird das Fleisch nicht in Würfeln, sondern in kleinfingerdicke Streifen geschnitten. Bei einigen Tokanjervarianten spielt der Paprika lediglich eine untermalende Rolle, kann eventuell ganz weggelassen werden, aber in den Vordergrund treten hier sonstige Gewürzmittel, wie Pfeffer, Majoran, bzw. Tomate, geräucherter Speck, Wurst, Pilz, grüne Erbsen usw. 
   

Gulasch wird in Ungarn Pörkölt genannt

Graurind, Zackelschaf und WollschweinDie ungarischen Pusztahirte haben mindestens über Tausend Jahre lang das genetische Material Ihrer Herdentiere in ihrer ursprünglichen Form bis heute retten können. Sie schmecken anders, als die Haustiere nach EU-Norm und sorgen für die einmalig hervorragende Stellung der ungarischen Küche unter den großen Küchen Europas. Die Schreibtischtäter der EU sorgen dafür, dass die Ungarinnen in den Lebensmittelgeschäften kaum noch Fleisch aus dieser gesunden einheimischen Produktion finden.
Gulyás - der Rinderhirt
Herdentiere aus den Pusztagebieten, wie das Steppenrind, das Zackelschaf und das Wollschwein Mangalica liefern seit eh und je das Grundmaterial für Pörkölt und Gulaschsuppe. Sie werden ganzjährig im Freien gehalten und sind bei extensiver Bewirtschaftung eine der touristischen Attraktionen in der Hortobágyer Puszta bei Debrecen.

Nachdem nun die EU-Hausschweine genetisch überzüchtet auch unter Konstruktionsfehler leiden, fand man ihre letzte Rettung beim ungarischen Wollschwein "Mangalica". Aus ählichen Gründen wird auf das genetische Material des ungarischen Zackelschafes "Racka" (verwandt mit den krankheitsgeplagten Heideschnucken in der Lüneburger Heide) zurückgegriffen.

Es wäre sowohl aus ökologischer, als auch aus ökonomischer Sicht unverzeihlich, wenn die ungarischen Hirte ihre Jahrtausende alte Tätigkeit nach dem EU-Beitritt des Landes auf die Brüsseler Gesetzgebung anpassen und auf die industrielle Massenproduktion umstellen sollten. Hätten sie das vor Jahrzehnten getan, wie z.B. die deutschen Landwirte, dann wäre das genetische Material für die Rückkreuzung der EU-Schweine nicht mehr vorhanden.
     
Kesselgulasch in der PußtaGulasch oder Pörkölt? Die Rinderhirte der Puszta kochen ihre Suppe seit eh und je in Kesseln. Das Kesselgulasch hat eine andere Rezeptur, als die ungarische Gulaschsuppe. Gulasch bzw. Pörkölt ist jedoch ein Tellergericht und keine Suppe.

Die Namensgebung ist schon verwirrend, denn das ungarische Wort Gulasch (richtig ist: Gulyás, sprich: Gujasch und dies bedeutet Rinderhirt) in Ungarn ausschließlich für die Gulaschsuppe steht. Das Gulasch wird in Ungarn Pörkölt genannt. Während Pörkölt in Wien noch immer Pörkölt genannt und so gekocht wird, ähnelt Gulasch dem Pörkölt umso weniger, je weiter man in Deutschland von Ungarn entfernt ist. Die deutsche und die ungarische Gulaschsuppe sind miteinander nicht zu vergleichen. In Ungarn ist die Suppe eben eine Suppe und in Deutschland eher ein Eintopfgericht. So ähnelt das norddeutsche Gulasch, trotz ungarischer Bezeichnung, eher dem Originalrezept "Irish Stew" aus Irland. Ob in der Suppe oder im Pörkölt, in Deutschland werden in beiden Fällen eher nur die Fleischreste, in Ungarn jedoch die besten Fleischstücke verwendet, oft das beste Rinds- oder Kalbsfleisch. So fühlt sich ein jeder Ungar unangenehm überrascht, manch einer sogar beleidigt, wenn ihm in einem deutschen Restaurant Gulasch serviert wird. Und weil die Ungarn Gulasch als Landesspezialität betrachten, wollen sie gar nicht wahr haben, das das original Gulaschrezept von einem irischen Mönch aus München nach Ungarn gebracht wurde - kurz vor der Krönung des Hl. Stefans. So ist es nicht wunderlich, dass das Gulasch und der Irish Stew so viele Ähnlichkeiten haben - in Deutschland.


Pörkölt bzw. Gulasch mit Nockerln bzw. Knobben
PÖRKÖLT  -  Das Rezept: 

Zutaten: 750 g Lammfleisch (Schulter oder Schlegel), 3 mittelgroße Zwiebeln, etwas Fett oder Öl, 2 gehäufte Teelöffel Paprikapulver edelsüß, 2 gehäufte Teelöffel Paprikapulver rosenscharf, 1/2 Flasche Rotwein oder Fleischbrühe, 2 gelbspitze Paprikaschoten, 1 große Tomate oder entsprechende Menge Tomatenmark, Salz.

Zubereitung: Die Zwiebeln schälen, fein hacken und im Fett anrösten, glasig werden lassen. Vom Herd nehmen und das Paprikapulver hineinrühren, das in Würfel geschnittene Fleisch dazugeben, den Topf wieder auf den Herd stellen, mit dem Rotwein und Wasser oder mit Fleischbrühe aufgießen, etwa 10 Minuten lang schmoren lassen. Salz und Tomatenmark oder die gepellte und zerkleinerte Tomate dazugeben. Im geschlossenen Topf in etwa einer Stunde gar schmoren.

Serviervorschlag: gekochte Kartoffeln, Reis oder Mehlteignockerln. Die Nockerli sind identisch mit Spätzle in Form der bayerischen Knobben, das Rezept ist gleich und wurde einst aus dem Schwabenland in die Siedlungsgebite der Donauschwaben mitgebracht. Es gibt aber einen Unterschied: von den in "Nokedli" umgetauften Nockerli behaupten die Ungarn, das sei eine ungarische Spezialität. Weitere Beilagen: Kopfsalat, Sauerteiggurke oder Gurkensalat. Am besten schmeckt dazu vor dem Essen ein Barackpálinka (Aprikosengeist) oder ein trockener Rotwein aus den Weinbaugebieten Balaton oder Villány, wie der "Balaton" oder aus der Rebsorte Merlot und/oder nachher ein helles, kaltes Bier, denn das original ungarische Gulasch (=Pörkölt) sollte schon ein bisschen scharf sein und das Feuer sollte man löschen.
   
   

Als Gulasch bezeichnet man in Ungarn
zwei verschiedene Suppen

 
1. Die einfache Gulaschsuppe wird vornehm serviert und gehört in die feine Küche.
    Sie wird aus Fleisch und wenig Gemüse gekocht, es ist eine Kraftsuppe bzw Bouillon mit wenig Inhalt.
   
2. Das Kesselgulsch ist eine reiche Suppe. Das Rezept ist variantenreich, verlangt etwas Phantasie
    und wurde von Schäfern, Rinderhirten und Fischern in der Pußta entwickelt.
    
Gulaschsuppe / Gulyásleves
Zutaten: 500 g Lammfleisch, 2 Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen, 1 gelbe oder grüne Paprikaschote, 2 gepellte Tomaten, 1 kg Kartoffeln, 2 große Karotten, 1/4 TL Kümmel, Paprikapulver 2 EL edelsüß und 2 TL rosenscharf, 1 Batzen Fett, Salz.
Barackpálinka, der Aprikosenschnaps aus der Pußta
Zubereitung: Kleingehackte Zwiebeln im Topf mit Fett anrösten und glasig werden lassen, vom Herd nehmen, Paprikapulver, zerdrückte Knoblauchzehen, das in kleine Würfel geschnittene Fleisch dazugeben. Auf den Herd stellen, das Fleisch solange dünsten - dabei gelegentlich wenden -, bis die Fleischflüssigkeit beinahe verkocht ist. Kümmel, in Scheiben geschnittene Karotten, in Streifen geschnittene Paprikaschoten und Tomaten beimengen, Salzen und mit Wasser aufgießen, bis alles bedeckt ist. Topf zudecken und kochen, bis das Fleisch beinahe gar ist. Die gewürfelten Kartoffeln dazugeben und fertig kochen.

Krug BierServiervorschlag: Vor dem Essen trinkt man Schnaps, wie Barackpálinka oder einen roten Sauvignon Wein aus Villány oder ein Glas Szekszarder Stierblut und nach dem Essen (eher im Sommer) ein blondes Pils, weil man von den vielen Gewürzen großen Durst bekommt.
     
Kesselgulasch / Bográcsgulyás
Kesselgulasch wird gekochtDas Bild links zeigt, wie Kesselgulasch in der Puszta von den Rinderhirten zubereitet wird. Das Bild rechts zeigt das Kesselgulasch mit den wichtigsten Zutaten, Zwiebeln, Knoblauch und verschiedene Paprikasorten. Die Kochflüssigkeit vermengen Gourmetköche beim Gulaschkochen auch mit Rot- und Weißwein oder auch Bier.

Das fertige KesselgulaschZutaten: 1 kg Lammfleisch, 3 mittelgroße Zwiebeln, 750 g festkochende Kartoffeln, 5 Knoblauchzehen, 2 gelbe oder grüne Paprikaschoten, 1 große Tomate, 5 Schnittlingshalme, 1 Bund Selleriegrün, 1/2 TL Kümmel, Paprikapulver 2 TL edelsüß und 2 TL rosenscharf, 1 Batzen Fett, Salz.

Zubereitung: Fleisch waschen und in 1 cm große Würfel schneiden. Feingehackte Zwiebeln im Fett anrösten bis sie glasig werden. Vom Herd nehmen und Paprikapulver, Knoblauch und Kümmel dazugeben, umrühren. Den Topf wieder auf den Herd stellen, Fleisch hineingeben, salzen und bei großer Hitze anbraten. Mit Wasser, Wein oder Bier aufgießen und kochen, bis das Fleisch gar wird.

Kartoffeln pellen und würfeln (gleichgroß, wie das Fleisch), Tomate schälen und würfeln, Selleriegrün waschen. Wenn das Fleisch gar ist alles in den Topf geben und weiterkochen, bis auch die Kartoffeln gar sind. Selleriegrün entfernen.


ServiceKrug BierServiervorschlag: Entweder zusammen mit den Kartoffeln auch Nudeln mitkochen oder mit Brotscheiben auftischen. Vor dem Essen trinkt man einen roten Sauvignon Wein und nach dem Essen (eher im Sommer) ein kühles blondes Pils, weil man von den vielen Gewürzen großen Durst bekommt.
     

Szegediner Gulasch / Székelykáposzta

Die Ungarndeutschen nennen diese Landesspezialität aus Siebenbürgen Seklerkraut, die Ungarn nennen es Székelykáposzta, nur in Deutschland soll es Gulasch sein und sogar aus Szegedin kommen - weil ein fahnenflüchtiger deutscher Soldat aus Sachsen im ersten Weltkrieg in einem Lokal in Szeged das Recept hundertmal abschreiben und anschließend dem Wirt auch noch einen Vers über dieses Gericht dichten musste, weil er das Essen nicht bezahlen konnte. 

Zutaten: 500 g Lamm- oder Kalbsfleisch aus der Keule und 500 g dicke Rippen, 500 g Sauerkraut, 50 g Schmalz oder Butter, 3-4 Zwiebeln, 2-6 Knoblauchzehen, 1 Esslöffel Paprikapulver (charakteristisch ist für die ungarische Küche, dass man edelsüßen und rosenscharfen Paprikapulver in gleichen Mengen verwendet), 1 Messerspitze gemahlener Kümmel, 1/4 Zitronenschale, 4 reife Tomaten, 1 große Kartoffel, Salz, evt. etwas Zucker, 0,2 l Sahne oder Sauerrahm (Saure Sahne). - Wichtig: man sollte unbedingt etwas geräuchertes Fleisch mitkochen. Hierfür kann man geräucherte Rippen nehmen oder auch geräucherte Wurst (am besten Gyulaer Wurst oder auch Kabanossi) oder/auch gewürfelte Katenschinken verwenden.

Zubereitung:  Zwiebeln und das Fleisch grob würfeln, Knoblauchzehen zerschlagen (Küchenprofis tun das mit der Hammerseite des Küchenbeils oder eines kräftigeren Messers in 1 Sekunde und quälen sich nicht mit Knoblauchpresse, die man am besten in den Ladenregalen lassen sollte), Zitronenschale abreiben, Tomaten schälen und zerdrücken, Kartoffel und eine Zwiebel zerreiben und in das Sauerkraut mischen.

Arbeitsgang 1:
Die grob gewürfelten Zwiebeln im Fett glasig werden lassen, Knoblauch, Zitronenschale, Kümmel, Salz, Paprikapulver, Pfeffer hineinmischen und das Fleisch darin mehrfach wenden - anrösten.


Arbeitsgang 2:
Topf mit Wasser auffüllen, bis das Fleisch bedeckt ist, die Tomaten dazugeben, alles verrühren. Bei kleiner Flamme zugedeckt etwa 40 Minuten lang dünsten.


Arbeitsgang 3:
Sauerkraut und das geräucherte Fleisch hineingeben und etwa 40 Minuten lang weiterkochen. Mit Salz und evt. auch etwas Zucker abschmecken.

Unicum MagenbitterKrug Bier
Serviervorschlag: Aufgetischt wird mit Salzkartoffeln und es sollte jedem überlassen werden, ob und wenn schon, dann wie viel Sauerrahm (saure Sahne) auf das Kraut träufelt.

Vor dem Essen wird Schnaps, Roter Sauvignon oder Erlauer Stierblut serviert.  +++  Nach dem Essen wird ein süßlicher Weißwein, Graumönch, Lindenblättler, Zweigelt oder eben ein blondes Pils serviert.  +++  Wenn Sie nun auch noch einen Espresso oder Kapuziner (Capuccino) mit viel Schlagober (Schlagsahne) trinken, dann habe
 n Sie sich - je nach Alkoholmenge - auf einen langen und tiefen Schlaf bestens vorbereitet.
    

Gefülltes Kraut / Töltött káposzta
- Kohlroulade etwas anders -

Gefülltes Kraut Zum Weihnachtsfest nach der Karpfensuppe isst man in Ungarn Wiener Schnitzel oder Gefülltes Kraut. Auch zur Jahreswende um Neujahr/Silvester oder wenn man viele Gäste erwartet, kocht man im ganzen Land gerne Gefülltes Krauts. Es schmeckt umso besser, je öfter es erwärmt wird - vielleicht nach zwei Tagen schmeckt Gefülltes Kraut am besten.

Die Geschichte vom gefüllten Kraut: Eingelegte Weißkohlblätter, mit einer Hackfleischmasse gefüllt und mit Sauerkraut gekocht, kam aus der osmanischen Küche nach Europa. Ursprünglich aus Ziegen-, Lamm- oder Kalbsfleisch vorbereitet, verwenden die Ungarn eher Schweine- oder Rindsfleisch. Ein schon im 18. Jh. auf dem Balkan und in Ungarn bekanntes Gericht, das in mehreren Varianten vorkommt: nur in Wasser gekochte Füllungen ohne Saft und Sauerkraut oder als angedicktes Gemüse - oft mit Tomaten -, dazu Fleischklößchen. Statt Kohl- werden auch Wein- oder Meerrettichblätter gefüllt. Im östlichen Teil des ungarischen Sprachgebietes wird die Speise auch mit fleischloser Füllung serviert. Das mit Fleisch gefüllte Kraut ist vor allem im Winter ein typisches Sonntags- oder Festtagsessen. Beim Hochzeitsmahl tritt es vielerorts an die Stelle von Sauerkrautgemüse mit größeren Fleischstücken. Die Hackfleischfüllung enthielt oft Mais, Gerste oder Hirse, heute vorwiegend Reis.

Zutaten für 10 Personen: 1,5 kg Sauerkraut, 20 Stück Sauerkrautblätter, 500-500g Schweinsschulterblatt und Schweinsrippen, 1 nicht geräucherte und 1 geräucherte Schweinshaxe, 5 Paar kleine geräucherte Kochwurst, 50ml trockener Weisswein und saure Sahne, 100g geräucherter Speck, 1 kleine Zwiebel, 4EL gehackter Dill, 2 Blätter von Poleiminze (Mentha pulegium) oder Wasserminze (Mentha aquatica), 1TL roter Gewürzpaprika, 10 Stück Schwarzer Pfefferkorn, gemahlener schwarzer Pfeffer und Salz nach Geschmack.

Vorbereitung: Das Sauerkraut durchwaschen und abtropfen. Die harten Ader der Krautblätter entfernen, aber darauf achten, dass die Blätter sich nicht reißen. Das Schulterblatt faschieren. Mit der Hälfte des klein gehackten Specks vermischen, den gewaschenen und abgetropften rohen Reis, Salz, gemahlenen Pfeffer, die geriebene Zwiebel, roten Paprika dazugeben. Alles gut durcharbeiten. Eine große Kasserolle mit dem in dünnen Streifen geschnittenen restlichen geräucherten Speck auslegen.

Zubereitung: Auf dem Krautblatt den mit dem Fleisch vermischten Reis verteilen, und fest aufrollen. Die zwei Enden des Blattes so schließen, dass die Füllung nicht rausfließen kann. In die mit Speck ausgelegte Kasserolle ein Viertel Teil des Krauts legen. Mit Minze und Dill bestreuen, dann salzen, dann die vorher gewaschene, zerstückelte, ohne Knochen geräucherte, frische Haxe drauflegen. Salzen und mit einer Schicht Kraut bedecken.

..... mit Minze, Dill und Salz bestreuen, und in der Reihe nach, die Rollen nebeneinander drauflegen. Darauf folgt wieder eine Schicht Kraut, dann diese mit dem zerstückelten Rippenfleisch bedecken. Mit Salz und Pfeffer würzen, schließlich das restliche Kraut drauflegen, Minze, Dill und den Pfefferkorn draufstreuen. Die quadriert eingeschnittene Wurst zwischen die Füllungen stecken. Mit Wein begießen und mit soviel Wasser auffüllen, dass alles bedeckt wird. Abgedeckt zuerst bei mittlerer Hitze kochen und wenn es aufgekocht ist, bei Sparflamme das Kochen zwei und halb Stunden fortsetzten. Beim Servieren das Kraut mit saurer Sahne begießen.


Krug BierWissenswert: Je öfter es erwärmt wird, desto besser reift der Geschmack zusammen und auch die Menge sorgt für besseren Geschmack. In kleinerer Portion als hier angegeben, sollte man dieses Gericht nicht zubereiten. Es hält sehr lange ohne Kühlschrank und lässt sich in Portionen einfrieren - und schmeckt nach dem Auftauen besser, als frischgekocht.
     

Hasen-Pörkölt

Zutaten: 6 Hasenkeulen, 100 g Räucherspeck, 100 g Fett, 2 Zwiebeln, 6 Knoblauchzehen, Paprikapulver 10 g edelsüß und 5 g rosenscharf, 1 TL Salz, 1 TL Tomatenmark, 2 gelbspitze Paprikaschoten, 0,5 l roter Sauvignonwein.

Zubereitung: Die Keulen von Haut und Sehne befreien, an den Gelenken zertrennen, waschen und mit dem Räucherspeck spicken. In der Fettpfanne die gehackten Zwiebeln glasig werden lassen, die Keulen darin anrösten und mit dem Paprikapulver bestreuen, öfter wenden, anbraten, die Pfanne mit dem Rotwein füllen. Knoblauch, Salz, Tomatenmark dazugeben und das Fleisch zugedeckt dünsten, öfter wenden.

Wenn das Fleisch gar ist, die Paprikastreifen in der Pfanne kurz weichkochen und abschmecken.
ServiceKrug Bier
Serviervorschlag: Salzkartoffel als Beilage, Spätburgunder vor dem Essen und ein Sekt oder Altbier nachher.
   

Reh- oder Hirschpörkölt


Zutaten: 1 kg Reh- oder Hirschkeule (ohne Knochen), 1 Batzen Fett, 2 Zwiebeln, 9 Knoblauchzehen, Paprikapulver 10 g edelsüß und 5 g rosenscharf, 1 Priese gemahlener Kümmel, Salz, 1 große Mohrrübe, 1/4 Sellerieknolle, 1 gelbspitze Paprikaschote, 1 EL Tomatenmark, 1/2 Flasche roter Sauvignonwein, 1 kg Erdäpfel.

Zubereitung: Die Haut und Sehnen vom Wildbret entfernen, das Fleisch grob würfeln, waschen und ins Eiswasser legen.

Unicum MagenbitterDas Gemüse und die Erdäpfel in kleine Würfel schneiden, waschen.

Im Fleischtopf die feingehackten Zwiebeln im Fett glasig werden lassen, mit Paprikapulver und Knoblauch vermischen, das Fleisch darin anrösten, Salz, Kümmel, Tomatenmark zugeben, das Fleisch 10 Minuten lang anbraten, dabei oft umrühren. Gemüse, Rotwein und etwas Wasser zugeben und zugedeckt dünsten. Ist das Fleisch gar, kann man die Erdäpfel und die in Streifen geschnittene Paprikaschote dazugeben und weiterkochen, bis die Erdäpfel gar sind.
Krug Bier
Serviervorschlag: Kräuterschnaps vor dem Essen und Bier danach - im Winter Rotwein statt Bier. Blattsalat oder auch Blaukraut (Rotkohl) als Beilage.
   

Tokanyer / Csikós tokány

- Tokányer bedeutet immer in Streifen geschnittenes Fleisch -


Zutaten: 800 g Kernfleisch vom Schwein, 100 g Fett, 100 g Räucherspeck, 150 g Zwiebeln, 10 g Gewürzpaprika, 10 g Salz, 50 g Tomate, 150 g Paprikaschoten, 0,3 l saure Sahne oder Schmand, 30 g Mehl.

Zubereitung: Das Fleisch in fingerdicke Streifen schneiden und gründlich waschen. Den Räucherspeck in dünne Streifen schneiden, im Fett glasig werden lassen. Feingehackte Zwiebeln zugeben und zusammen goldig werden lassen. Mit Gewürzpaprika bestreuen, verrühren, das abgetupfte Fleisch zugeben. Salzen und bei geringer Hitze halb zugedeckt dünsten. Evt. etwas Wasser zugießen.

Wenn das Fleisch fast gar ist, in Streifen geschnittene Paprikaschoten und Tomaten untermischen und fertig garen. Mehl in saurer Sahne oder besser mit Schmand verrühren, damit die Tokanyersauce eindicken und kurz aufkochen. Heiß servieren. Bayerische Knobben bzw Spätzle als Beilage, die werden in Ungarn Nockerli genannt.
   

Letscho / Lecsó

Letscho ist ein Schnellgericht und wird in Ungarn und im Seklerland als Nationalgericht betrachtet und häufig gekocht.

Zutaten: 3-4 deutsche Paprikaschoten oder 500 g gelbspitze, ungarische Paprikaschoten, 500 g geschälte, süßlich reife Tomaten, 50 g Schmalz, 2 mittelgroße Zwiebeln, ein Stück Csabaer Wurst oder 200 g Räucherspeck, evt. Salz nach Geschmack, 1 EL Zucker, 1 EL edelsüßer Paprika. Evt. 1 oder 2 Eier pro Portion.

Vorbereitung: Tomaten in kochendes Wasser legen, bis sie platzen, dann pellen und zerdrücken, aus den Paprikaschoten den Stielansatz und die Kerne entfernen, in Streifen schneiden, Zwiebeln grob hacken, Wurst in Scheiben schneiden oder Speck in dünne Scheiben schneiden und kleinwürfeln.

Zubereitung: Paprikastreifen in einer Pfanne mit Deckel im Fett kurz dünsten. Zwiebeln, Wurst oder Räucherspeck zugeben und insgesamt etwa 10 Minuten lang dünsten, bis das Fett mit den Tomaten schmierig zusammensteht. Mit einem Kaffeelöffel Kristallzucker den bitteren Tomatengeschmack neutralisieren. 

Serviervorschläge: Letscho wird unterschiedlich serviert:

1. In Spitzenrestaurants wird Letscho - ohne Ei - als Garnierung z.B. neben Schnitzel und Salzkartoffeln serviert. Scharf gewürzt und mit fettem Räucherspeck zubereitet ist das ein sog. Zigeunerschnitzel - Salz-Dill Gurken als Beilage.

2. Zu Hause als Hauptgericht wird Letscho auf gekochtem Reis serviert. In diesem Fall verquirlt man am Ende des Kochvorganges ein Ei pro Portion im Letscho.

3. Zu Hause als Schnellgericht geht das viel einfacher - Letscho wird mit Brot serviert. 
     
   
Paprikahuhn / Paprikás csirke
Ein Rezept in memoriam Laci, dem berühmten Hollywood-Schauspieler, dem Partner von Éva Gábor.

Die Begriffe Pörkölt und Paprikasch
Wenn Pörkölt aus in Streifen geschnittenem Fleisch gekocht und mit saurer Sahne serviert wird, spricht man von Paprikasch (Paprikás).
   
Der gemahlene Gewürzpaprika ist eine typische Zutat in der ungarischen Küche. Gewöhnlich verwendet man eine halb und halb Mischung von edelsüßem und rosenscharfem Paprikapulver. Viele verschiedene Gerichte haben das Wort Paprika schon in ihrem Namen: Hähnchen-, Hammel-, Kalbs-, Rinder-, Schweine- oder Fischpaprikás (Paprikasch). Unabhängig ob Pörkölt oder Paprikasch, in beiden Fällen wird damit begonnen, dass man Zwiebeln in heißem Fett dünstet, Paprikapulver unterrührt und dann das in Stücke geschnittene Fleisch dazugibt. 


Zutaten für 4 Personen: 1 Kilo saftiges Hühnerfleisch (kein Suppenhuhn, am besten nur Unterbeine und Brust), 0,2 l saure Sahne (Sauerrahm), 0,1 l Sahne (Schlagober), evt. mit 30 g Mehl verquirlt, 50g geräucherter Speck (oder Speiseöl), 1 große Zwiebel, 2 grüner Paprika, 1 Tomate, 1EL edelsüßer roter Gewürzpaprika, 1TL Mehl, Salz nach Geschmack.

Vorbereitung: Das Hähnchen nach dem Waschen in kleine Stücke schneiden. Die Schenkel in zwei, die Brust in vier, die Flügel ebenso in zwei, den knochigen Rücken sowohl quer als auch längs in zwei Teile. Die Fleischstücke ein wenig salzen. Die Zwiebel putzen und fein hacken, das Fett des geräucherten Specks ausbraten.

Zubereitung: Die Zwiebel im Speckfett glasig dünsten, dann von der Kochstelle nehmen, den roten Paprika dazugeben und 2EL Wasser daraufgießen. Auf die Kochstelle zurückstellen und die Hähnchenstücke hineingeben, diese bei großer Hitze von beiden Seiten anbraten. Wenn alle Fleischstücke weiß geworden sind, dann anderthalb Glas Wasser nach und nach untergießen, und beim häufigen Schütteln der Kasserolle weich dünsten. (Darf nicht mit Kochlöffel umrührt werden, da die zarte Hähnchenfleisch sonst schnell auseinander fällt) Wenn die Brühe des Fleisches verkocht ist, aber es noch nicht genug weich ist, dann ebenfalls nach und nach ein-ein EL heißes Wasser hinfügen. Abschließend den entrappten grünen Paprika und die Tomate in Ringe schneiden, hineingeben und salzen nicht vergessen. Mit der mit Mehl glatt verrührten saure Sahne verdicken bzw. aufkochen (Wer gern scharfes isst, kann auch spitzigen scharfen Paprika dazugeben oder er sollte von dem roten Paprika die scharfe Sorte nehmen.)

Tipp: Ohne Mehlspeise ist Paprikahuhn eine Suppe - mit bayerischen Knobben, schwäbischen Knöpfle, Spätzle oder ungarischen Nockerli und ungarischen Sauerteiggurken, die weitgehend den polski Ugorki entsprechen - auf Deutsch nennt man sie Salz-Dill-Gurken
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Ungarn-Tourist Team                                                                                                               

   
   

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Sie wollen endlich mal ein Gulasch nach Originalrezept in Budapest genießen. Dann nichts wie hin.
Das Essen in Ungarn ist fett und schwer, damit muss man einfach rechnen, wenn man in Ungarn einen Urlaub macht.
Zur ungarischen Küche gehört nun mal das Schmalz. Als Geschmacksträger bringt es die Zwiebeln und den Paprika zur Geltung.
Es ist viel gesünder, als sogenannte Ernährungsberater in Deutschland denken, denn
der Mensch kann die genetisch vorhandene Abwehrkraft gegen den Krebs nur durch fettes Essen und viel Bewegung stärken.
Niemand sagt, dass man viel essen muss!