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Kochrezepte
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| Das
Wetter in Ungarn |
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Temperaturen |
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Ungarische
Küche
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DIE
UNGARISCHE KÜCHE bietet vor allem einfache
und sättigende Gerichte, die mit Paprika, Zwiebeln und Tomaten
zubereitet werden. Das
Essen in Ungarn ist fett und schwer, damit muss man einfach leben, wenn
man in Budapest einen Urlaub verbringt. Zur ungarischen Küche
gehört nun mal das Schmalz. Als Geschmacksträger
bringt es die Zwiebeln und den Paprika zur Geltung.
Bild
rechts: Das sog. Paprikahaus in
Tihany auf der Plattensee Halbinsel zeigt die Grundelemente der
ungarischen Küche, wie Paprika, Knoblauch, sehr viel
Gemüse, Obst und Wein. Vor allem Knoblauch sollte man bei der
Zubereitung von allen Fleischgerichten verwenden, weil nach einer Sage
aus den östlichen Landesteilen "Fleisch ohne Knoblauch eine
Beleidigung für die Seele des Tieres ist, das man gerade
isst". Knobi ist sowieso eine gute
Vorbeugemaßnahme gegen Verkalkung und Infarkt.
Die ersten bekannten Rezepte mit
ungarischen Landesgerichten waren Fischrezepte aus den
Pußtagebieten
entlang des Theiss Flusses und stammen aus dem 12. Jahrhundert. Man
vermutet, dass diese Schriften einen sehr alten Ursprung mit langer
Küchentradition wiederspiegeln. Das erste in
Kolozsvár bzw. Clausenburg
im damaligen Ungarn auf Ungarisch gedruckte Buch mit Kochrezepten
stammt aus dem Jahr 1695 mit dem Titel "Szakáts
mesterségnek
könyvecskéje".
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Paprikaland
Ungarn
Genauso, wie man hierzulande in der
deutschen Küche Salz und Pfeffer verwendet,
würzt man die ungarischen Gerichte mit Salz und
Paprika. Schmalz, Paprika
und Zwiebeln verleihen die originelle Geschmacksnote der ungarischen
Küche. Das gilt vor allem für die Gulaschgerichte.
Schmalz
kann man durch Speiseöl ersetzen.
Bei allen Gerichten sollte man der Tradition entsprechend eine
50-50%ige Mischung von rosenscharfen und edelsüßen
Paprika verwenden. Auf die
Wörter rosenscharf
und edelsüß sollte man unbedingt
achten. Gewürzpaprika u.ä. sollte man meiden, sonst
schmeckt kein ungarisches Gericht landestypisch. Rosenscharfer Paprika
wird immer mehr gefälscht, weil der Anbau dieser Sorte
kostenaufwendiger ist.
Die
beste Qualität bekommt man von der
Gewürzhandelsfirma Fuchs oder
gleichwertig bei Aldi &
Co. Wer das
nicht glaubt, ist selber Schuld und sollte seinen Paprika in Budapest
kaufen. Vom
Eingang rechts in der
großen Markthalle gibt es eine Reihe von
Kleinläden, die davon leben, Touristen den Himmel auf Erden
einzureden, als würden Sie nicht das gleiche verkaufen, was
man auch in den Regalen ungarischer Supermärkte findet. Vor
dem Umbau der Markthalle bis in den 1980er Jahren gab es hier noch
viele Händler, die Ihre eigenen landwirtschaftlichen
Produkte verkauften, heute sind es überwiegend
Händler, die im Großmarkt einkaufen, genauso wie
Aldi. Es gibt aber einen großen Unterschied: In der
Markthalle bezahlt man bis zu zehnmal soviel für die gleiche
Menge
Paprikapulver in weniger praktischen Schmuckdosen aus
Blech oder Porzellan, die mit
Landesmotiven protzen. Jeder
Küchenchef würde lieber die praktischen Streuer von
Aldi bevorzugen. Paprikapulver kostet
hierzulande etwa 50 Cent für 50
Gramm,
gleich große Verpackung bekommt man in
der Markthalle etwa ab vier Euro. Früher schrieb
man auf die Aldi-Verpackung, dass der Paprika aus Ungarn ist,
heute kann das Paprikapulver auch aus anderen Ländern kommen,
die Qualität und Bezeichnung als "rosenscharf" stimmen nur
noch selten überein.
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Im
deutschsprachigem Raum ist das bekannteste ungarische
Küchenprodukt Pörkölt, es
wird in Deutschland Gulasch genannt, schmeckt vom
Metzger und
nie
aus dem Tiefkühlfach der Supermärkte mit mindestens
10%
Gefrierwasseranteil, nach unseren Erkenntnissen wesentlich
wässriger. Damit
kann man das Fleisch
kochen, aber nie anrösten für den
Gulaschgeschmack, denn Pörkölt heisst
"Angeröstes" auf Deutsch. Paprikahuhn ist
eine besondere
Delikatesse aus der feineren ungarischen Küche, es ist weniger
bekannt in
Deutschland
als in Nordamerika. Gefülltes
Kraut
wird
in der Weihnachtszeit landesweit aufgetischt, es ist eine
Koproduktion der früheren Besatzungsmächte
Österreich und Türkei.
Klassiker
der ungarischen Küche sind die Eintopfgerichte, z.B.
Lecsó (sprich:
Letscho), ein Gericht aus Zwiebeln, Tomaten, Paprika und
Wurst, einer geräucherten Schweinswurst, oder
eben Pörkölt, unser Gulasch. Eine weitere
traditionelle Köstlichkeit sind der Hortobágyer
Rostbraten, der mit einem Grieskloß und vielen
Kräutern auf den Tisch kommt.
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Auch
Fische aus den vielen Seen und Teichen des
Landes stehen häufig auf der Speisekarte. Als Delikatesse
unter den Fischen gilt der Fogas (sprich:
Fogasch), der Zander aus dem Plattensee. Karpfen, Wels und
Stör sind ebenfalls hervorragend. Traditionell wird die
Halászlé, eine
landestypisch feurige Fischsuppe aus mehreren Fischsorten und aus
Zwiebeln, viel Paprika und wenig Tomaten zubereitet.
Túróscsusza
ist eine häufige Vorspeise
und wird in
Österreich Topfenfleckerln genannt. Es sind Nudeln mit
Sauerrahm (Saure Sahne in Norddeutschland) und Grammeln. Letztere sind
ausgelassene, knusprige
Speckwürfel.
Als Nachtisch
wird
oft
Palacsinta (=Palatschinken oder
Crepes) hochgeschätzt,
ein dünner Pfannkuchen, meistens
mit Süßigkeiten gefüllt. Landestypisch wird
der Pfannkuchen mit Walnuß oder Mohn mit Aprikosenmarmelade
oder
Quark mit Rosinen gefüllt. Am
pfiffigsten vorbereitet wird die
Gundel-Palatschinke, die mit
Walnüssen und
Schokoladensoße gereicht wird
und kulinarisch-künstlich, so ziemlich plastisch auf
dem Teller erscheint. Palacsinta ist eigentlich ein Fingerfood, wie die
Frühlingsrolle in China, wurde aber von den im 19.
Jahrhundert in Ungarn beschäftigten französischen
Köchen soweit eingebürgert, dass viele Ungarn sich
einbilden, Pfannkuchen wäre eine ungarische
Erfindung. Dabei ist z.B. die Gundel-Palacsinta im
Nachbarland Kroatien schon viel länger als in Ungarn als
"Himmel auf Erden" bekannt. Dort
schmeckt sie wahrscheinlich noch besser, weil die Kroaten auch noch
aufgeschlagene Sahne in die Schoko-Walnußfüllung
rühren. |
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Zu den
einheimischen
Gerichten
empfiehlt sich Bier oder
ungarischer Wein, vor
allem Tokajer.
Der französische
Lebewohl-Sonnenkönig Ludwig XIV.
ernannte den Aszuwein
aus Tokaj zur
Königin aller Weine.
Barackpálinka
heißt der
berühmte Schnaps aus der ungarischen Puszta, er wird aus
Aprikosen hergestellt.
Aus
dem
Wörterbuch:
barack=Aprikose
und
pálinka=Schnaps. |
Bild rechts: Durch
Werbung in allen Medien gut bekannter Magenbitter "Unicum"
Bild
links: Ein berühmter
Spitzenwein ist der Graumönch aus Badacsony am
Balaton bzw. Plattensee.
Dass
man echt ungarische Speisen nur mit
Schweineschmalz kochen kann, gehört zu
den Grundelementen ungarischer Rezepte. Das kommt der uralten
ungarischen
Weinkultur entgegen, die bereits zu Attilas Zeiten bekannt war. Im
Laufe der
Zeit änderten sich die Rebsorten zwangsweise, gemeinsam ist
ihnen jedoch, dass sie die schweren Nationalspeisen der Ungarn
hervorragend abrunden. Vor allem den Aprikosenbranntwein
"Barack Pálinka" gibt es so einmalig nur aus Ungarn. Die
bekanntesten unter den Weinen sind wohl der Tokajer und die
verschiedenen
Graumönch Weine (in Deutschland meistens Ruländer
genannt), Muskateller und der Lindenblättler
"Hárslevelű"
von einer besonders süßen Rebsorte, die
ausschließlich in Ungarn wächst. Im Gegensatz
zu Frankreich, wo die Massenweine "Chateau" und die Tafelweine mit
Fantasienamen seit Jahrzehnten auf EU-Handelsnorm getrimmt wurden,
haben die Ungarn bereits zu Attilas Zeiten auf Qualität
gesetzt und setzen
diese Tradition auch heute konsequent fort. Manch eine Flasche Tokajer
aus dem 15. und 16. Jahrhundert
sind Zeugnisse von höchster Qualität. Was damals vor
den einrückenden Türken in
Brunnen versteckt wurde, findet man gelegentlich noch immer unbeschadet
und in bester Qualität.
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Herzsalami
ist eine alte Marke, seit die Wurstfabrik am Schlachthof von
Budapest von der Konkurenz aus Szegedin aufgekauft wurde. Die
Herzsalami war für Feinschmecker gedacht im Gegensatz zur
paprikareichen, mehr oder weniger
scharfgewürzten Picksalami aus
Szegedin, die nach langer Trocknungszeit in der Luft heranreift. Beide
Sorten sind luftgetrocknet und Jahre lang lagerungsfähig auch
in der sengenden Sonne, dürfen jedoch nie im
Kühlschrank gelagert werden, sonst schlägt das Salz
aus und der Geschmack vergeht - bereits nach wenigen Tagen, aber auch
schon in den Kühltransportern auf dem Weg nach
Deutschland. Die deutsche Verordnung zur Lagerung von
Wurstwaren in den Lebensmittelgeschäften ist die Ursache
dafür, dass wir vor dem Kauf und Verzehr dieser so
landestypischen Waren aus Ungarn hierzulande warnen müssen.
Die
ungarische Küche
aus historischer Sicht: Die ungarische
Küche ist eine der größten Küchen
Europas. Um das zu verdeutlichen sei hier ein ungarisches
Kochbuch aus der Zeit des
Dreißigjährigen Krieges genannt, in dem 189
Fischrezepte beschrieben sind.
Die ungarische Küche hat ihren Ursprung sicherlich in den
asiatischen Steppen. Das lässt sich daraus folgern, dass
eine Reihe von Nationalspeisen in ähnlicher Form auch in den
finnischen und
estnischen Küchen
zu finden sind. Dabei haben sich die Wege dieser verwandten
Völker bereits vor rd. 4.000 Jahren getrennt.
Vor
allem die Könige aus anderen Ländern haben die
ungarischen Köche beeinflusst. So
haben französische und italienische Köche
im Hof bereits im 13. Jahrhundert Einfluss
auf die ungarischen Kochgewohnheiten ausgeübt und
später im 19. Jahrhundert erneut, als
die Spitzenköche zahlreicher Nationen
in ungarischen Spitzenrestaurants die
Klinken aneinander weiterreichten. Mit König Matthias bahnte
sich die scharfe
Zigeunerküche (aus Indien) ihren Weg bereits im 15.
Jahrhundert nach Ungarn. Von den
Türken mit dem edelsüßen Paprika
verfeinert, gehören scharfe Gewürze auch
heute noch zu den charakteristischen Elementen ungarischer
Kochrezepte.
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Praktisch
alle Nationen, mit denen die Ungarn im Laufe der Geschichte
in
Berührung kamen, haben ihre Spuren in der ungarischen
Küche hinterlassen.
Zuletzt haben sogar die Russen in der Sowjetära das von
französischen
Gourmetköchen eingebürgerte Repertoire von
Kaltspeiseplatten mit neuen Kompositionen belebt.
Woran
sich die ungarische Küche von anderen europäischen
Küchen unterscheidet, das wurde nach einer
mehrjährigen Studie
im Mai 2005 veröffentlicht:
Von den
Europäern benötigen die Ungarn die meiste Zeit
für das
Zubereiten der täglichen Mahlzeiten. In der Heimat von
Gulasch und Paprika verbringen die Menschen im Durchschnitt 63 Minuten
mit Kochen und liegen damit deutlich über dem Durchschnitt von
46 Minuten.
Der
größere Zeitaufwand ist erforderlich, weil die
Ungarn Fleisch bevorzugen, das durch langsames Kochen
allmählich weich und aromatisch wird. Das ist der Grund
dafür, dass die Ungarn die Tiefkühltruhe in den
Supermärkten meiden. Tiefgekühltes Fleisch wird
in den Supermärkten mit einem hohen Anteil von
"Gefrierschockwasser" verkauft. 10% sind in Deutschland erlaubt und
damit die Tür offen gehalten für internationale
Fleischschieberbanden, die diese Grenze auch im eigenen Land weit
überschreiten seit Jahrzehnten.
Beim Auftauen fließt soviel Wasser aus dem Fleisch, dass es
von Anfang an nur noch gekocht und
nicht angeröstet werden kann als
Voraussetzung für den richtigen Geschmack aller
Gulaschgerichte. |
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Ungarn-Tourist Team
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