Fläche:
5,246 Hektar - Aus klimatischer Sicht die kühlste
Weinbauregion von Ungarn. Es gehört schon
zur Weinbaukunst,
unter diesen klimatischen Verhältnissen noch akzeptable
Qualität zu erzeugen.
Nach
einer uralten Gesetzesregelung dürfen insgesamt 30 Ortschaften
in
Ungarn (!) Tokajer
Wein produzieren. - Diese Regelung wird auch heute noch angewendet,
obwohl einige dieser Ortschaften sich heute im Nachbarland Slowakei
befinden. Juristisch gesehen ist der Tokajer ein Ungarnwein.
In
den zentral gelegenen Kelterbetrieb in Tolcsva liefern auch die
Slowaken ihre Sauerweine. Wichtige Weinbausiedlungen sind
Mád,
Tarcal, Tállya, Rátka, Bodrogolaszi,
Bodrogkeresztúr, Tolcsva, Sárosptak und Tokaj.
Tokaj ist
ein ausschließlich Weißwein gebende Weinbaugebiet.
Unter ganz anderen klimatischen Verhältnissen reifen die
Tokajer
Weine in Australien und Kalifornien heran. Wenn sie die
Bezeichnung Tokajer nicht mehr lange benutzen dürfen, ist es
aus
fachmännischer Sicht Schade für die
Qualität. Die Rebe
ist eine tropische Pflanze und die Trauben können von Natur
aus
nicht genug von der Sonne haben. So erfordert die Weinproduktion
in Tokaj vielmehr Kunst am Weinberg und fragwürdige
Aktivitäten bei der Kreation in den Weinkellern. - Natur
adé im Ungarnwein?
Die schwerflüssigen
Weine mit hohem Säurengehalt entstanden
früher durch klassisch oxidative Gärung und Reifung,
in den letzten
Jahren gibt es aber auch Tokajer Weine mit reduktivem Charakter im
Handel.
Nach
einer Legende bot der Priester Máté Sepsi
Lackó zu
Ostern im Jahre 1631
Zsuzsa Lórántfy den ersten Ausbruch in
Sátoraljaújhely an. Die
Weintraube kam von der Flur Orémus. Dieses Ereignis geschah
nach
neueren Forschungen, wenn überhaupt, dann mindestens einige
Jahrzehnte früher, aber
wichtiger ist, dass es in der Weinbauregion Hegyalja wahrscheinlich
schon
viel früher Ausbruchwein produziert wurde. So wird im Jahre
1590 in dem latein-ungarischen Wörterbuch von
Balázs
Szikszai Fabricius
belegt, dass der
Ausdruck „Ausbruchtraube“ schon damals benutzt
wurde. Es
war schon damals ein gewisser „Hauptwein“ gemacht,
der
wahrscheinlich mit
dem Ausbruchwein identisch ist.
Eine
Vorbedingung der Ausbruchsbildung ist die späte Weinlese. Bis
1700
begann man mit der Weinlese in der Woche von Gál (sein
Namenstag: 10.
Oktober), dann pö à pö immer
später, heute ist der Stichtag der
Namenstag von Simon-Júda (28. Oktober).
Nach 1600
traten immer mehr Gesetzregelungen in Kraft, im Jahre 1655 hat sich
sogar das ungarische Parlament mit dem Ausbruchwein
beschäftigt - ein
Zeichen für den wirtschaftlichen Wert des Ausbruchweins.
Die
Produktion von Ausbruchweinen hat ihren Höhepunkt zu Ende des
18.
Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts erreicht. Hunderte von
Fachschreiber haben sich mit dem Ausbruchwein aus chemischer und
gesundheitlicher Sicht beschäftigt. Lange Zeit meinten sie, in
ihm die
Herstellung von Gold entdeckt zu haben - und die Weinbauer versuchten
länderübergreifend überall die Herstellung
von Ausbruchwein zu
intensivieren, doch die Konkurrenz (am bedeutendsten: Ruszt und
Ménes)
wurde von den Tokajer Weinbauern vom Markt gedrängt. - Bis zur
Mitte
des 20. Jahrhunderts wurde in Tokaj-Hegyalja viel Koscherwein
für die
jüdischen Festtische produziert.
Nach der
Privatisierung in den 1990er Jahren haben sich zahlreiche
ausländische
Investoren in Tokaj-Hegyalja etabliert. Wegen des schnellen
Kapitalumlaufs und der Förderung des westlichen Weingeschmacks
führte
die von ihnen betriebene Weintechnologie zur Erscheinung eines neuen
Ausbruchstils. Diese Weine legen den Ton vielmehr auf das aus den
Trauben stammende Primäraroma, sie sind leichter, weniger
oxidierend
als die Weine des früheren Weinstils.
Weinbauer,
-wirtschaften und
-händler in dieser Region:
Andrássy
Pincészet -
Tokaji Borvidék
Babits Pincészet -
Tokaji Borvidék
Béres
Szőlőbirtok és Pincészet Kft. -
Tokaji Borvidék
Dusóczky
Pincészet Kft. -
Tokaji Borvidék
Gróf
Dégenfeld Szőlőbirtok -
Tokaji Borvidék
Gundel
Pincészet -
Tokaji Borvidék
Hudácskó
Pincészet -
Tokaji Borvidék
Lenkey
Pincészet -
Tokaji Borvidék
Orosz
Gábor Pincészete -
Tokaji Borvidék
Pannon
Tokaj Szőlőbirtok és Kereskedőház Kft. -
Tokaji Borvidék
Patricius
Borház Borászati és Kreskedelmi Kft. -
Tokaji Borvidék
Ráski
Pince -
Tokaji Borvidék
Szepsy
István -
Tokaji Borvidék
Tokaj
Classic Kft. -
Tokaji Borvidék
Tokaj
Evinor Pincészet -
Tokaji Borvidék
Tokaj
Kereskedőház Zrt. - Korona Birtok -
Tokaji Borvidék
Tokaj-Hétszőlő
Zrt. - Rákóczi-Pince -
Tokaji Borvidék
Tokaj-Oremus -
Tokaji Borvidék
Tokajbor-Bene
Pincészet -
Tokaji Borvidék
Tokajicum
Borház -
Tokaji Borvidék
Tolcsva
Bor Kft. - Salgó Pincészet -
Tokaji Borvidék
Vivamus
Pincészet -
Tokaji Borvidék
Weine aus dieser Region:
-
Der Tokajer Ausbruchwein macht diese Weinregion weltberühmt,
alle
anderen Weine aus Tokaj sind lediglich Mitläufer. - Der
Ausbruchwein verdankt seinen Weltruhm einzig allein einem
Herstellungsverfahren und einer weltweit hart durchgeführten
Marktstrategie. Das Herstellungsverfahren ist weitgehened an
die heimischen Rebsorten angepaßt. Bis 1990, als die
neuen
Investoren und Weinbaronen, wie die Axa Versicherung und Co. in Tokaj
erschienen, schmeckte der Tokajer Ausbruchwein Jahrhunderte lang
honigsüß und war etwas schwerfüssig. Heute
schmeckt der
Ausbruchwein wie etwas bitterlich und im Geschmack erinnert an den
Wermuthwein. Dies ist der Bevorzugung der von Botritis Cinerea
hervorgerufenen Pilzinfektion vor der Ernte zu verdanken;
- Die
traditionellen einheimischen Reb- bzw.
Weinsorten sind Furmint und
Szamorodni, die im späten Mittelalter aus Italien
eingebürgert die Grundlage für den Tokajer
Ausbruchwein
bilden;
-
laufend werden neue Rebsorten angebaut, wie z.B. Grauburgunder, der
unter unzähligen verschidenen Namen bekannt ist, wie z.B.
Ruländer in Süddeutschland, Pinot Grigio in Italien
oder
Graumönch bzw. Szürkebarát in Ungarn.
Er ist ein
von den sauersten Reb- bzw. Weinsorten und übertriff in dieser
Hinsicht sogar den Sauvignonwein. Der Weinkenner Alfred Biolek schreibt
über den Grauburgunder: "Der Pinot Grigio ist aus meiner Sicht
ein
Wein für Leute, die sich am schönen Namen berauschen
statt am
guten Wein." - So wird er für die Versauerung des Endproduktes
verwendet und wenn es an der Süße fehlt, soll
dafür im
Tokajer Weingebiet künftig die Beimischung von
Zweigelt
sorgen, der von den neuen Weingutbesitzern seit der Privatisierung in
den 1990er Jahren großflächig angebaut wird. Die
neuen
Rebsorten sollen die Markttauglichkeit der klimabedingt sauren Weine
aus heimischer Produktion verbessern. Es sind die Sorten Furmint und
Szamorodni.
Solche Weinprodukte werden von den großen
Weinkellereien als
Kreation bezeichnet - die nicht kommerziell
produzierenden Weinbauer, die mit der eigenen Hand direkt ihre
Weintrauben bis zum endprodukt im Keller
bearbeiten, bezeichnen es
als Panscherei. Solche
"Kreationen" wären im Tokajer Weinbaugebiet
normalerweise
nicht
erforderlich, hätten die neuen Weinbaronen, wie Axa
Versicherungen
und Co. nicht das abscheuliche Märchen über
den
besonderen
Geschmack nach Verschimmelung der Weintraben verbreitet. Dabei handelt
es sich um den holzzellwandzerstörenden Schimmelpilz Botritis
Cinerea, von dessen gesundheitsschädigende Wirkung im
Humanmedizin
bisher wenig geforscht wurde;
-
Da in Tokaj in letzter Zeit in auffallend großen Mengen auch
Pálinka (=Schnaps) produziert wird, ein Hinweis dazu:
Törkölypálinka wird in ganz Ungarn schon
seit
Jahrhunderten hergestellt, nun wird er immer öfter mit der
scheinbar vornehmer klingenden italienischen Bezeichnung Grappa
vermarktet.Der Hinweis auf die staatliche Genehmigung zur Destillation
(Alkoholbrennen ist seit Jahrhunderten ein Staatsmonopol in Ungarn)
fehlt auf den meisten Branntweinflaschen der neuen Weinbarone und die
Genehmigung auf den meisten Etiketten mit einem solchen Stempelaufdruck
sind nur vorgetäuscht. Auf unsere ausdrückliche
Fragen nach
Brenngenehmigung bei Weinpräsentationen bekamen wir immer
wieder die
gleiche Antwort: "auch die Nachbarn brennen".
Touristik:
es gibt zahlreich Wanderwege in dieser Weinbauregion, die eine
Mittelgebirgslandschaft ist, die von
Eichen-Buchen Laubwäldern dominiert wird. Es sind die
südlichen Ausläufer der nahen Tatragerbirges. Eine
taumhafte
Gelegenheit zur Erholung bietet ein Besuch der 22 km langen
Tropfsteinhöhle von Aggtelek oder des Thermalbades in
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